SPD-Kreistagsfraktion den Bio-Garten Flechtdorf und das Flechtdorfer Kloster

Bei einer Fraktionssitzung im Sommer besuchte die SPD-Kreistagsfraktion den Bio-Garten Flechtdorf und das Flechtdorfer Kloster. Die Geschäftsführer des Bio-Gartens Christian Breindl und Frank Strotmann gaben einen Einblick in dessen Arbeit als Werkstatt für behinderte Menschen und als Ausbildungsbetrieb. 1993 ist die gemeinnützige Bio-Garten Flechtdorf GmbH vom Landkreis, der Kreishandwerkerschaft und dem Lebenshilfe-Werk Kreis Waldeck-Frankenberg gegründet worden. Ziel der Institution ist die berufliche und soziale Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Gesellschaft. Erreicht wird dies in Flechtdorf in den Gewächshäusern durch den Anbau von Gemüse und Zierpflanzen sowie durch 4 Kolonnen im Garten- und Landschaftsbau. Die beiden Geschäftsführer wünschen sich von der Politik ein niederschwelliges Angebot für Menschen mit Behinderung und würden allgemein beispielsweise mehr Sensibilität im Bereich Ernährung begrüßen. Dass Themen rund um die Ernährung für die SPD-Kreistagsfraktion bedeutsam sind, zeigt sich schon an den Anträgen der Fraktion Mitte 2018 zur „Erstellung eines Präventionskonzeptes mit Auszeichnung besonders erfolgreicher präventiv arbeitender Schulen“, u. a. mit dem Fokus auf die gesunde Ernährung in den Schulkantinen und durch den Antrag „Umsetzung von Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und höheren Bio-Anteilen bei der Schulverpflegung“, den die Fraktion in der letzten Kreistagssitzung mit ihrem Koalitionspartner stellte. Die Fraktionsmitglieder sind sich einig, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung und die Sensibilität für das Thema Ernährung und alles, was damit zusammenhängt für einen nachhaltigen Lebensstil auch im Hinblick auf den Klimawandel von zentraler Bedeutung sind.

 

Christian Breindl und Frank Strotmann sprachen auch den Einfluss an, den Gesetzesänderungen oder neue Gesetze, wie zum Beispiel das Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung (BTHG) auf Einrichtungen wie den Bio-Garten haben. Ziel des BTHG, eines umfassenden Gesetzespaketes des Bundes mit 4 Reformstufen, ist es, einen zeitgemäßen Rahmen mit mehr Möglichkeiten der Selbstbestimmung und Teilhabe für die Betroffenen zu schaffen. Dr. Hendrik Sommer, Unterbezirksvorsitzender der SPD-Waldeck-Frankenberg, sieht allerdings einen Kritikpunkt darin, dass die Kommunen als lokale Leistungsträger stärker in den Verwaltungsablauf eingebunden und dementsprechend personell und auch finanziell höher belastet werden. Daher haben die SPD Kreistagsfraktion und ihr Koalitionspartner im Kreistag einen Resolutionsantrag mit einer klaren Botschaft an die Landesregierung in Wiesbaden eingebracht mit der Forderung, die erheblichen Mehrbelastungen für die Kommunen und den Landeswohlfahrtsverband Hessen durch die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes auszugleichen. Diese Umsetzung ist ein Kraftakt, bei dem die Kommunen finanzielle Unterstützung benötigen und nicht allein gelassen werden dürfen.

 

Nach dem Besuch im Bio-Garten Flechtdorf GmbH besuchten die Fraktionsmitglieder das nahgelegene Kloster Flechtdorf. Helmut Walter, der erste Vorsitzende des Fördervereins Kloster Flechtdorf e.V., gab einen kurzweiligen Vortrag über die Geschichte des Klosters bis hin zur Gründung des Fördervereines im Jahr 2006 und die danach vorgenommenen Arbeiten zum Erhalt des Klosters. Seit der Gründung des Vereins hat sich in den alten Mauern einiges zur Erhaltung und zur Attraktivitätssteigerung für Besucher getan. So öffnet das Klosterkaffee von April bis Oktober zweimal im Monat seine Pforten. Darüber hinaus werden in dieser Zeit ebenfalls Klosterführungen angeboten. Als weitere Highlights kann man sich im Kloster standesamtlich trauen lassen und demnächst sollen drei Herbergszimmer für Besucher Unterkunft bieten. Helmut Walter wies auf die enormen Aufwendungen hin, die der Verein bisher hatte und bedankte sich beim Landkreis für die großzügige und regelmäßige Unterstützung und Förderung des Klosters.